Hat die FED beim Stresstest den Finanzbedarf manipuliert?

Im Vorfeld des Stresstest war viel Aufregung im Spiel. Die Warner sahen den totalen Untergang der Finanzwelt kommen. Die US-Notenbank FED hielt sich bedeckt und verwies auf den 7. Mai 2009. Und die Banken – die einen waren still, die anderen hatten schlechte Nachrichten dementiert. Am Donnerstag kam dann die Erlösung. Alles halb so schlimm! Was hätte auch eine anders lautende Nachricht hervorgerufen?

Doch keine 48 Stunden später verdichten sich Meldungen in den Medien, daß der so überschaubare Finanzbedarf der betroffenen Institute eigentlich von den Behörden viel höher eingeschätzt wurde. Nach einer Vorabinformation der Banken über den errechneten Finanzbedarf im Stresstest, protestierten diese gegen die berechneten Finanzlücken. Und das Spiel begann: Zwischen der FED und den Kreditinstituten wurde gemauschelt und geschachert. Bei der Bank of America wurde der Finanzbedarf von über 50 Milliarden Dollar auf 33,9 Milliarden Dollar heruntergerechnet. Durch Änderungen der Berechnungsgrundlagen und Berücksichtigung “verschiedener Faktoren” reduzierte sich auch der ursprüngliche Kapitalbedarf von Wells Fargo um 3,6 Milliarden Dollar. Bei Citigroup, Fifth Third Bancorp und Sun Trust sollen die Zahlen ebenfalls heruntergehandelt worden sein. Analysten sehen sich bestätigt, hatten sie doch einen wesentlich höheren Kapitalbedarf vorhergesagt.

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