Spyker Cars übernimmt GM-Tochter Saab


Die Belegschaft von Saab kann wieder aufatmen. Der Übernahme des schwedischen Autobauers durch Spyker scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Damit ist das drohende Ende der schwedischen Traditionsmarke wohl nochmal abgewendet worden.

Wie GM in Detroit mitteilte, einigten sich der bisherige US-Mutterkonzern General Motors und der niederländische Sportwagenhersteller Spyker Cars endgültig über den Verkauf von Saab. Die Abwicklung solle unverzüglich gestoppt werden. Die Marke werde unter dem neuen Eigner Spyker fortgeführt. Die Verkaufsvereinbarung werde eine nachhaltige Zukunft für die einzigartige Marken-Ikone sichern, erklärte GM-Vizepräsident John Smith und fügte hinzu, dass dies eine gute Nachricht für die Saab-Beschäftigten, Händler, Zulieferer und für die Millionen Saab-Fans weltweit sei. GM erklärte weiter, dass der niederländische Käufer die Marke Saab in einem neu zu gründenden Unternehmen Saab Spyker Automobiles erhalten werde. Zum Kaufpreis wurden zunächst keine Angaben gemacht.



Das Geschäft wird nach Angaben aus Stockholm mit Garantien in Höhe von 400 Millionen Euro von der schwedischen Regierung unterstützt. Die Abwicklung von Saab war bereits vor Wochen von GM eingeleitet worden. Parallel dazu hatte GM jedoch weiterhin mit Kaufinteressenten verhandelt. Die geplanten Schritte zur Liquidation von Saab werden nach der Vereinbarung mit Spyker Cars laut GM jedoch sofort eingestellt. Bis Mitte Februar soll der Verkauf unter Dach und Fach sein. GM gab an, dass nur noch die Zustimmung der Regulierungsbehörden und des Insolvenzgerichts ausstehen würden. Außerdem müssten die Regierungen der USA und Schwedens dem Verkauf noch zustimmen. Um den Verkauf zu ermöglichen, habe die schwedische Regierung „sehr hart und kreativ“ mit GM und Spyker Cars zusammengearbeitet.



In Schweden gibt es derzeit noch 3400 Beschäftigte bei Saab. Das Ende des Autobauers hätte nach Gewerkschaftsangaben den Verlust von rund 8000 Arbeitsplätzen bedeutet, da auch Zulieferer davon betroffen gewesen wären. Durch diese „gute Vereinbarung“ würden Arbeitsplätze in Schweden und anderen Ländern bewahrt, erklärte GM-Europe-Chef Nick Reilly. GM habe während der langen Verhandlungen immer auf eine Lösung gehofft, die den Erhalt dieser Marke sichere. In den vergangenen Jahren hatte Saab hohe Verluste hinnehmen müssen. Weltweit verkaufte das Unternehmen im Jahr 2008 nur noch 93.000 Autos, im Jahr 2006 waren es noch 133.000 gewesen. Am Weltmarkt sank der Anteil auf 1,1 Prozent. Seit Januar 2009 sucht GM einen Käufer für die schwedische Tochterfirma. Spyker Cars ist ein niederländisches Unternehmen, dass auf die Herstellung extrem teurer Sportwagen spezialisiert ist und im Jahr 2008 insgesamt 37 Luxuswagen herstellte.

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