EMI macht Milliardenverlust und steht vor dem Aus
Mit Künstlern wie Depeche Mode oder Robbie Williams gehörte der Traditions-Musikverlag EMI zu den größten seiner Branche. Seit der Finanzinvestor Terra Firma den Musikkonzern, bei dem auch Herbert Grönemeyer und die Band Wir Sind Helden unter Vertrag stehen, vor zweieinhalb Jahren übernommen hatte, steht EMI das Wasser bis zum Hals. Abschreibungen von mehr als einer Milliarde Pfund führten u.a. dazu, dass EMI im Geschäftsjahr 2009 einen Verlust von 1,56 Milliarden Pfund (rund 1,8 Milliarden Euro) machte.
Die im März anstehende Überprüfung von Kreditverträgen dürfte für EMI wohl negativ ausfallen, falls die Investoren von Terra Firma keine neuen Geldmittel zuschießen. In diesem Fall könnten die Gläubiger von der Citigroup das Ruder bei EMI übernehmen. Im EMI-Geschäftsbericht warnten die Unternehmensprüfer von KPMG bereits davor, dass die Schulden das Betriebsvermögen um 408 Millionen Pfund überstiegen und der britische Musikverlag deshalb seinen Vertragsverpflichtungen nicht mehr nachkommen könnte.
Für Terra-Firma-Chef Guy Hands, der 2,4 Milliarden Pfund für das Plattenlabel gezahlt hatte, entpuppte sich die Übernahme im August 2007 als Fehlinvestition. Denn bereits vor der Boom-Zeit der Private-Equitiy-Fonds hatte EMI mit Verlusten, u.a. durch illegale Musikdownloads und sinkende CD-Verkäufe, zu kämpfen. Hiervon war jedoch die ganze Branche betroffen. Investor Terra Firma fühlt sich von der Citigroup getäuscht und klagt deshalb auf Entschädigung. Die Bank hatte es angeblich unterlassen, den Rückzug anderer Bieter mitzuteilen und somit den Preis in die Höhe getrieben.
Einem Sparprogramm fielen bereits 2000 Arbeitsplätze zum Opfer. Und auch immer mehr namhafte Künstler, wie z.B. Paul McCartney und die Band Radiohead, kehrten EMI nach der Übernahme den Rücken oder kämpfen wie die britische Sängerin Joss Stone derzeit um einen Ausstieg. Die Rolling Stones entschieden sich 2008 für einen Wechsel zu Universal Music.
EMI verliert somit weiter den Anschluss an die Konkurrenten Universal Music und Warner Music. Das wird auch eine weitere Finanzspritze der Investoren nicht verhindern können, denn in der Branche gilt EMI schon seit Jahren als Übernahmekandidat.


Februar 8, 2010 







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